Rekultivierung Kreismülldeponie

Mit der Rekultivierung der ehemaligen Kreismülldeponie des Werra-Meißner-Kreises wurde im Jahr 2017 begonnen. Ziel der Rekultivierung ist die Etablierung von 10 ha Kalkmagerrasen und die anschließende Bewirtschaftung durch Schafbeweidung. Aufgaben des Geo-Naturparks sind die Oberflächenkultivierung, die Pflege der kultivierten Flächen durch Schafbeweidung und das Monitoring der Entwicklung.

 

Lage

Die ehemalige Kreismülldeponie „Am Breitenberg“ befindet sich nördlich von Meißner-Weidenhausen. Das Deponiegelände wurde seit 1975 genutzt und umfasst eine Größe von ca. 23 Hektar: Von diesen sind 10 Hektar bereits verfüllt und stehen für die Rekultivierung zur Verfügung.

 

Rekultivierung

Die Rekultivierung begann im Jahr 2017 und erfolgte in mehreren Schritten:

Zunächst wurde zur effektiven Abschirmung des Deponiekörpers eine Oberflächenabdichtung aufgebracht.

In einem zweiten Arbeitsgang wurde sogenannter „Rekultivierungsboden“ auf die Oberflächenabdichtung aufgetragen. Dabei handelt es sich um zumeist leicht bis mäßig steindurchsetztem Boden aus dem Zechsteinkalk. Der ausgewählte Rekultivierungsboden entspricht damit dem im Umfeld der Deponie vorkommenden Boden. Die landschaftsprägende Zechsteinformation dehnt sich dabei über das angrenzende Gebiet von Wellingerode und Krösselberg bis weit über das Naturschutzgebiet Kripp- und Hielöcher hinaus aus. Zusätzlich wurde die Rekultivierungsfläche mit biotopverbessernden Strukturelementen wie Stein- und Holzhaufen aufgewertet.

In einen dritten Arbeitsgang fand die Oberflächenkultivierung statt. Die Deponie sollte nicht in „Wirtschaftsgrünland“, sondern in einen wertvollen Lebensraumtyp – einen sogenannten „Kalkmagerrasen“ – umgewandelt werden. Dazu wurde durch den Geo-Naturpark zunächst „Heusaat“ auf ausgewählten Kalkmagerwiesen ca. 6 km nördlich der Deponie auf Zechsteinkalk gewonnen. Diese Heusaat, die die Samen der wertvollen und seltenen Pflanzen in sich trägt, wurde anschließend auf den Rekultivierungsboden aufgetragen.

 

Pflege und Monitoring

In Regie des Geo-Naturparks wurde im Anschluss an die vorausgehenden Arbeitsschritte im Jahr 2019 mit der Schafbeweidung auf den zuerst rekultivierten Flächen begonnen. An dieser Stelle findet eine enge Verzahnung mit dem Projekt „Schaf schafft Landschaft“ statt. Durch ein Monitoring wird der Erfolg der Rekultivierung kontrolliert und die Pflege an die Bedürfnisse der sich immer weiter entwickelnden Pflanzen- und Tierwelt angepasst. Alle Maßnahmen werden mit dem Betreiber der Deponie abgestimmt.

 

Bedeutung für die Pflanzen- und Tierwelt

Die Neuentwicklung von 10 ha Kalkmagerrasen sind von großer Bedeutung für diesen Lebensraumtyp und die Biodiversität in der Region. Eine große Zahl von heute seltenen, auf den Lebensraum spezialisierten Pflanzen und Tieren werden langfristig von der Rekultivierung profitieren und hier einen neuen Lebensraum finden. Aktuell sind bereits Arten wie Wundklee, Hornklee, Margerite und Saat-Esparsetteauf dem Gelände zu finden.

Sehr spannend wird insbesondere die Zeit der Neubesiedelung durch weitere Pflanzen und Tiere. Hier erwarten wir verschiedene Spezialisten. Bestäuber wie der Schachbrettfalter, der Schwalbenschwanz und verschiedene Bläulinge sind bereits anzutreffen. Auch weniger spezialisierte Arten wie Feldhase und Feldlerche, die in der immer intensiver genutzten Feldflur stark zurückgegangen sind, werden hier ein neues Zuhause finden.


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