Der Gevatterstuhl, rund um eine alte Eiche am Waldesrand im niedersächsischen Grenzgebiet, war der Tanz- und Feierplatz der Jugendlichen aus Kleinalmerode in den 1950er und 1960er Jahren. Hier waren sie unter sich und konnten sich den elterlichen Verboten entziehen. Jeden Sonntag kamen etwa 20 bis 25 Jugendliche aus dem Dorf zum Gevatterstuhl, um nach der Musik von einem Schifferklavier zu singen und auf dem Waldboden gemeinsam zu tanzen. Von dort hatte man auch einen herrlichen Blick bis nach Kleinalmerode und in das Eichsfeld. Rund um die alte Eiche waren Holzbänke aufgestellt, auf denen sich die Jugendlichen ausruhten und sich näher kamen. Dort ist manche Beziehung entstanden oder hat sich verfestigt. So war es auch bei Heinrich und Auguste Mühlhausen, die in 2019 ihre eiserne Hochzeit (65 Jahre) feierten und als Jugendliche regelmäßig am Gevatterstuhl waren. Den Platz gib es nur noch symbolisch. Heute wächst aus dem Stamm der alten Eiche eine Buche heraus. Beide sind eine Symbiose eingegangen – ein Symbol für die Geschichte des Ortes?