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Rebhuhn-Projekt Neu-Eichenberg

Rebhuhn

Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein bodenlebender Hühnervogel offener Graslandschaften und Felder, der auf strukturreiche Landschaften angewiesen ist, welche für die Reproduktion, Nahrungsaufnahme, Ausbreitung und Deckung essenziell sind. 

 

Verbreitung

Früher war das Rebhuhn einer der häufigsten Vögel unserer Kulturlandschaft. Bis in die 1970er Jahre wurde es vielfach bejagt, ohne dass die Bestände bedeutend abnahmen. Seitdem gab es allerdings einen großen Bestandseinbruch in Deutschland. Gemäß Bundesamt für Naturschutz (2019) wurde der bundesweite Bestand auf nur noch 21.000 bis 37.000 Paare geschätzt, welches einen Bestandsrückgang von mehr als 90 % bedeutete. In manchen Regionen gilt das Rebhuhn bereits als ausgestorben. Demzufolge wurde es in der Roten Liste Hessen (2021) mit nur noch 2.500 bis 5.000 Paaren als stark gefährdet eingestuft.

Auch im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land konnte im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel sowie bei separaten Begehungen mit Wärmebildkamera und Klangattrappe im Frühjahr 2025 kein Rebhuhn nachgewiesen werden. Es gibt jedoch zufällige Sichtungen von Rebhühnern im Gebiet Neu-Eichenberg.

Im an den Naturpark nördlich angrenzenden Projektgebiet „Göttingen und nördliches Eichsfeld“ des Verbundprojektes Rebhuhn retten – Vielfalt fördern" wurden im Frühjahr 2025 etwa drei Rebhähne pro 100 ha Agrarfläche erfasst. Der Fokus des Verbundprojektes Rebhuhn retten – Vielfalt fördern" liegt auf der Aufwertung des Lebensraumes durch Anlage von strukturreichen Blühflächen.

 

Gefährdung

Als potenzielle Ursachen für den Bestandsrückgang gelten der Rückgang der Pflanzenvielfalt, der Verlust an kleinräumigen Strukturen in der Kulturlandschaft sowie die Prädation durch Beutegreifer. Diese können dem Rebhuhn insbesondere während der Brutzeit und bei Schneelage, u. a. auf Grund des Mangels an ausreichend Deckung, gefährlich werden.

 

Rebhuhn-Projekt Neu-Eichenberg

Um der negativen Bestandsentwicklung im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land entgegenzuwirken, wurde im Juli 2025 gemeinsam mit dem Werra-Meißner-Kreis das Rebhuhn-Projekt Neu-Eichenberg angestoßen. Auch in diesem Projekt soll der Fokus zunächst auf der Verbesserung der Lebensräume liegen. 

 

Projektgebiet und Projektziel

Das Projektgebiet umfasst die Gemeinde Neu-Eichenberg mit dem Grünen Band im Südosten. Auf Grund der geringen Distanz zum Verbundprojektgebiet „Göttingen und nördliches Eichsfeld“, mit dem dort vorkommendem Rebhuhn-Bestand, ist die natürliche Wiederansiedlung des Rebhuhns im Projektgebiet ein realistisches Ziel. 

 

Monitoring

Darauf aufbauend soll das Monitoring sowohl während der Paarbildung im Frühjahr als auch zur Ermittlung des Bruterfolgs im September und Anfang Oktober auf Gebiete mit umgesetzten Lebensraum-Aufwertungen oder Sichtungen ausgeweitet werden. 

 

Potenzielle Maßnahmen

Für die Verbesserung der Lebensräume im Projektgebiet soll in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft insbesondere das neue Pilotprojekt des Werra-Meißner-Kreises zur Förderung der Biodiversität und des Feldvogelbestandes im Ackerland zur Geltung kommen. Die Landwirtschaft wird dabei finanzielle Förderung erhalten, wenn Düngung, der Einsatz von Pflanzenschutzmittel, Untersaaten und mechanische „Unkraut“-Regulierung auf Agrarflächen vermieden werden. Zudem sollen die Flächen nur mit halber Aussaatstärke (Getreide, Erbsen, Bohnen) bestellt und eine Feldrandpflege nur frühestens jedes zweite Jahr durchgeführt werden. Zusätzlich gefördert wird die Anlage einer Schwarzbrache und ein Ernteverzicht auf 10 bis 20 % eines Schlages. 

Weitere potenzielle Maßnahmen für eine Habitat-Aufwertung sind beispielsweise die Erhaltung und Schaffung von Stoppeläckern für Deckung und Nahrung im Winter, von Blühflächen/-streifen für die Reproduktion, Deckung und Nahrung sowie von kleinflächigen Sandplätzen bzw. offenen Stellen mit nacktem Boden, sogenannte Huderplätze, für die Pflege des Federkleids. 

Kleine, strukturreiche Stillgewässer an sonnigen, offenen Standorten als Tränke für Feldvögel, Insekten (proteinreiche Nahrung für das Rebhuhn insbesondere für die Küken und während der Brutzeit) und Säugetiere sowie als potenzielle Laichgewässer bzw. Trittsteine für Amphibien können den Lebensraum zusätzlich aufwerten.

 

Umgesetzte Maßnahmen

Mit der Bestellung eines Ackers mit halber Aussaatstärke und der Anlage einer Schwarzbrache sowie der Anlage eines kleinen Stillgewässers konnten im Jahr 2025 bereits erste Habitat-Aufwertungen im Projektgebiet Neu-Eichenberg umgesetzt werden. Die Umsetzung weiterer Maßnahmen für das Jahr 2026 ist bereits in Planung. Darüber hinaus besteht ein fachlicher Austausch mit den ortsansässigen Landwirten, dem LPV Eichsfeld-Hainich-Werratal, der Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld e. V., dem Verbundprojekt Rebhuhn retten – Vielfalt fördern" und dem Feldflurprojekt Rebhuhn des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Beteiligten.

 

Stand: Januar 2026 

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Möchten Sie gerne bei der jährlichen Erfassung von Rebhühnern vom 11. Februar bis 20. März im Rahmen des ‘Monitorings seltener Brutvögel’ mitmachen? Sie benötigen nur ein Handy, einen kleinen Lautsprecher, ein Fernglas und ein bisschen Zeit in der Abenddämmerung.

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