Die Zusammenarbeit der Stadt Wanfried mit dem Geo-Naturpark Frau-Holle-Land trägt immer mehr Früchte. Sichtbar wird dies aktuell an den Premiumwanderwegen. Die Infrastruktur der in den Jahren 2009 und 2010 eingerichteten Wege war erneuerungsbedürftig. Wie auch bei der Ersteinrichtung arbeiten Geo-Naturpark und Stadt zusammen und akquirieren die nötigen Mittel. Zum Einsatz kommen diesmal Mittel des Landes für das Grüne Band. Im Zuge der Neubeschilderung der drei städtischen Premiumwege wird das Nationale Naturmonument Grünes Band Hessen auf den Wegweisern und Informationstafeln sichtbar. Die Arbeiten am hessischen Teil des P6 Heldrastein sind bereits abgeschlossen. In diesen Tagen sind die Mitarbeitenden des Geo-Naturparks an den Premiumwegen P12 Mainzer Köpfe und P5 Plesse unterwegs.
Auch als der Geo-Naturpark 2019 die Idee entwickelte, die Werra als Kanurevier in Wert zu setzen, zögerte die Stadt Wanfried nicht lange. Wanfried konnte als erste Kommune auf optimierte und beschilderte Kanuanleger mit Rast- und Umtragemöglichkeiten schauen. Meinhard, Eschwege und Bad Sooden-Allendorf folgten zügig und heute kann die Werra bis nach Witzenhausen vom Geo-Naturpark als Kanurevier touristisch vermarktet werden. „Ich erinnere, wie der frühere Bürgermeister Gebhard immer wieder Fotos von Kanuten bei Wanfried postete und die steigende Beliebtheit der Werra registrierte“, freut sich Dr. Sabine Budde, stellvertretende Geschäftsführerin des Geo-Naturparks. In der Zurückschau war es für das Projekt sehr förderlich, dass die Stadt Wanfried voranging und so die Blaupause für die anderen Kommunen lieferte.
Der Fahrradtourismus ist für Wanfried ein weiteres wichtiges touristisches Thema. Nachdem vor fünf Jahren das Land Hessen den beliebten Werratal-Radweg als Hessischen Radfernweg übernahm und auf dieser Trasse auch den paneuropäischen Iron Curtain Trail ausschilderte, der durch 20 Länder dem Verlauf des früheren Eisernen Vorhangs folgt, beauftragten Wanfried, Eschwege und Meinhard beim Geo-Naturpark die Umsetzung der 33 km langen Schlösser-Radrundtour. Sie ist Bestandteil des durch LEADER-Mittel geförderten Konzepts des Geo-Naturparks, Radreiseregion zu werden. Damit wird nicht nur durchreisenden Fahrradgästen, sondern auch Gästen mit Standortquartier ein attraktives Streckenangebot unterbreitet und die in der Region verbleibende Wertschöpfung erhöht. In diesem Zuge wurden Informationstafeln und Rastplätze in diesem Abschnitt des Werratals erneuert.
Um die in Wert gesetzte touristische Infrastruktur kompetent empfehlen und in die eigenen Kommunikationsmittel aufnehmen zu können, hatte Bürgermeister Thilo Vogt im März zu einer gemeinsamen Infoveranstaltung eingeladen. Etwa 25 Betreiber von Unterkunfts- und Gastronomiebetrieben, Gästeführer und Kulturschaffende aus Wanfried überzeugten sich von den Entwicklungen der letzten Jahre. Ihnen kommt durch ihre Beratungskompetenz und die Qualität ihres lokalen Angebots eine hohe Verantwortung als Botschafter für den Tourismus der Region zu. Sie brachten sich auch mit ihren Ideen für das Marketing und die weitere Produktentwicklung am Grünen Band in die Diskussion ein und äußerten den Wunsch, sich auch untereinander stärker zu vernetzen.
Vernetzung könnte auch im Online-Bereich bald ein neues Thema sein: Die Stadt Wanfried hat beim Geo-Naturpark Frau-Holle-Land Interesse an einer touristische Internetseite bekundet, die noch im Laufe des Jahres ans Netz gehen könnte. Diese würde über einen Splitscreen auf der städtischen Seite aufzurufen sein, sich grafisch am Erscheinungsbild des Geo-Naturpark-Auftritts orientieren und sich aus dessen Datenbestand speisen. Touristisch wäre dies ein weiterer Schritt zu einem einheitlichen Auftritt der Region. Technisch würde es der Stadt Wanfried die stetige Wartung und Aktualisierung eigener touristischer Internetseiten ersparen. Auch Sontra, Herleshausen, Nentershausen und Berkatal haben sich in der Vergangenheit bereits für diesen Weg entschieden. Umgesetzt würde dies beim Geo-Naturpark durch Tourismusmitarbeiterin Claudia Krabbes. Das Gastgebertreffen im März habe ihr erneut vor Augen geführt, wie viele Menschen in Wanfried ehrenamtlich in den verschiedenen Vereinen engagiert seien, um beispielsweise Plesseturm, historischen Hafen, Schwimmbad und das kulturelle Angebot zu gestalten. Sie hofft, diese Vielfalt bald darstellen zu können.
Für Bürgermeister Thilo Vogt erweisen sich die aufgebauten touristischen Strukturen als tragfähig. „Die Stadt bringt sich mit ihren touristischen Angeboten erfolgreich und beispielgebend in die abgestimmte Tourismuskonzeption der Region ein, nutzt dabei die Expertise des Geo-Naturparks und spart sich kostenintensive Doppelstrukturen, die durch Erstellung und Umsetzung eines eigenen Tourismuskonzepts entstehen würden“, resümiert er. „Ich bin mir sicher, dass die Investitionen unserer Stadt auf diese Weise die meisten Früchte tragen werden.“
Weitere Pläne werden schon geschmiedet, um das „Dokumentationszentrum zur Deutschen Nachkriegsgeschichte“, das nach dem Verkauf des Keudell’schen Schlosses eingelagert wurde, wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können. Mit einem überzeugenden Konzept könnte die Lage der Stadt am Grünen Band auch hierfür eine Fördermöglichkeit eröffnen.





